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Neuffer, Christian Ludwig.


Der Tag auf dem Lande. Eine Idylle in zehn Gesängen. Neueste, verbesserte, durchaus umgearbeitete Auflage. Reutlingen,, in der J.J. Mäcken’schen Buchhandlung 1815.. VIII, 252 S., (1) Bl. . Halblederband d.Zt. mit RĂĽckenschild und –vergoldung. Decken etwas berieben. 0 €
Zweite rechtmäßige Auflage (so nicht bei Goedeke; Kayser, Bücherlexikon IV, S.225). - Teils etwas stockfleckig.
Chr.L.Neuffer (Stuttgart 1769 – 1839 Ulm) ist heute noch als Vertreter des „schwäbischen Klassizismus“ bekannt, mehr aber als Freund und Förderer HÖLDERLINs. Mit diesem besuchte er das Theologische Stift in Tübingen; gemeinsam mit RUDOLF MAGENAU schlossen die beiden 1788 einen Freundschaftsbund. In den von Neuffer herausgegebenen Almanachen finden sich umfangreich Erstdrucke von Gedichten Hölderlins. Nach Abschluß seiner Studien lebte Neuffer als Pfarrer in Suttgart, wo ihm die angestrebte Stelle als Hofprediger versagt blieb, weil er verdächtigt wurde, Jakobiner zu sein. Er bekleidete dann Pfarrstellen in Weilheim und Zell, bevor er 1819 nach Ulm kam, „wo er ein biedermeierliches Leben führte.“ (Killy 8,361). In seiner eigenen Dichtung beschrieb und verherrlichte er „mit liebevoller Sorgfalt“ das Bürgertum, „das übrigens in schönstem Einverständnis mit dem Adel gezeigt wird“ (Krauß, Schwäb.Literaturgesch. I,368). Formal wenig eigenständig verdankt seine Dichtung vor allem J.H.VOSS Wesentliches. Geradezu als Seitenstück zu Voß’ "Luise" kann die vorliegende Idylle gelten und wurde zu ihrer Zeit auch so gesehen, was zu einer kuriosen Nachdruckaffaire führte. Neuffer geht darauf in seiner Vorrede ein. Die Idylle erschien zuerst 1802 anonym bei SOMMER in Leipzig. Der berüchtigte Nachdrucker Gerstle in Augsburg brauchte nur wenige Wochen, um einen im Sog des Erfolgs der "Luise" guten Gewinn versprechenden unrechtmäßigen Druck auf den Markt zu werfen. „Doch damit er die Spedition sich um so einträglicher machte“ (S.VI), ließ er das Werk unter Voss’ Namen erscheinen, wogegen Neuffer umgehend, aber erfolglos protestierte. In den folgenden Jahren erschienen weitere Raubdrucke, bevor die vorliegende Ausgabe erstmals mit Neuffers Namen versehen und „so ganz umgeschaffen, daß es als eine neue Arbeit gelten kann“ (S.VII), ausgerechnet von Mäcken in Reutlingen, einer „Hauptfigur unter den Nachdruckern seiner Zeit“ (J.U.Hebsaker. Rückblick S.84) rechtmäßig verlegt wurde. Dieser befand sich in diesem Jahr in hartem Abwehrkampf gegen die Forderungen für ein Verbot des Nachdrucks bei dem Wiener Kongreß, in dem er den Beschwerde führenden Verlegern „unersättliche Habsucht“ vorwarf und den Nachdruck geradezu zu einer patriotischen Handlung im Dienst des Volkes aufwertete. Die vorliegende Schrift wurde wiederum sogleich nachgedruckt von KAYSER in Bremen, einem Verlag, der sonst nichts publiziert zu haben scheint, den Goedeke aber, anders als Kaysers Bücherlexikon, als einzigen Verleger nennt.
 
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