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Schleiermacher, Friedrich.


Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre entworfen von (...). Berlin, im Verlage der Realschulbuchhandlung 1803.. Gr-8°. X, 489, (1) S. . Halblederband d.Zt. mit Rückenschild und –linienvergoldung. Leicht berieben, kleine Fehlstellen im Leder bzw. Papierbezug a.d. Vorderdeckel durch einen oberflächlichen Wurmgang. 0 €
Erste Ausgabe (Goedeke VI,221,8). - Titel i.d. Ecken leicht leimschattig, gelegentlich leicht stockfleckig.
F.SCHLEIERMACHER (1768 Berlin 1834), der vielleicht Ernsthafteste unter den frühen Romantikern, verkörperte dennoch in seiner Person beispielhaft das „romantische Ganzheitsdenken“ (K.Günzel). Schon 1797 lernte er im Salon der HENRIETTE HERZ in Berlin F.SCHLEGEL kennen, mit dem er dann sogar eine Wohnung teilte; an dessen 'Athenäum' arbeitete er mit. Fast als einziger unter den Romantikern trat er dem Freund im „Lucinde-Skandal“ mit 'Vertaute Briefe über ... Lucinde.' zur Seite. SCHLEGELs blendendem Talent ordnete sich SCHLEIERMACHER willig unter. Aber „zuletzt war es doch nur SCHLEIERMACHER, der aus dieser Verbindung bleibenden Gewinn zog. Während SCHLEGELs Entwürfe nur zu spielenden und unreifen Veröffentlichungen gediehen, hat SCHLEIERMACHER unter seiner Anregung die 'Reden über die Religion' und die 'Monologen' geschrieben und den Gedanken einer wissenschaftlichen Kritik der Moral gefaßt.“ (Herzog, Realencyklopädie 17,591). Nachdem SCHLEGEL die Arbeit an der gemeinsam geplanten PLATO-Übersetzung ganz dem Freund überlassen hatte, 1801 auch mit NOVALIS der Freund gestorben war, der ihm innerlich am nächsten stand, gab SCHLEIERMACHER 1802 dem nachdrücklichen Drängen des Konsistorialrats SACK nach, der nicht nur SCHLEIERMACHERs Umgang ‚mit Personen von verdächtigen Grundsätzen und Sitten“, sondern auch dessen ‚rednerische Darstellung des spinozistischen Systems“ gerügt hatte, und ging 1802 als Hofprediger in sein „Exil“ nach Stolpe. Hier entstanden seine Grundlinien, „sein einziges zum Druck gebrachtes, im engeren Sinn philosophisches Buch, die wichtigste Vorarbeit für sein späteres ethisches System.“ (Killy 10,271). „... bereits in den Grundlinien ... (1803) zeigt sich, wie er sich um eine präzise Verortung der Ethik und der ihr koordinierten Disziplinen im System der Wissenschaften bemühte. ... die Zeitgenossen verweigerten den Grundlinien Beachtung, was aber kaum am Gegenstand der Abhandlung lag ..., sondern vielmehr an der formalen Umsetzung dieses Vorhabens ... SCHLEIERMACHER provoziert durch ein Changieren zwischen kritischer Lektüre, überzogener Polemik gegen die zeitgenössische praktische Philosophie und die ... Darstellung der eigenen intentio geradezu die Ablehnung des Textes. Um es pointierter zu sagen: Die Form der Grundlinien verstellte und verstellt den Blick auf ihren Gehalt. Dabei bietet der Text mehr als nur ein Kompendium zur Geschichte der Güter-, Pflicht- und Tugendlehre: In den Grundlinien zeichnet sich erstmals SCHLEIERMACHERs Bemühen ab, das Verhältnis der einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen untereinander zu bestimmen; das Gewicht freilich liegt hierbei auf der Systematisierung des ethischen Wissens.“ (J.Brachmann, S.878f. in: U.Barth u.a. (Hrsg.). Akten des ersten Kongresses der Schleiermacher-Gesellschaft, 1999. Berlin 2000).
 
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