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Siegvolk.


(pseudonym nach der Bogennorm der ersetzten Blätter bzw. anonym; s.u.). Jugendsünden. Berlin, bey Karl August Nicolai, Sohn 1800.. 8°. (2) Bll., 136 S. [und:] (6) Bll. . Halblederband mit Rückenvergoldung ) (G.v.Hahn). 600 €
Erste Ausgabe, erster Druck (Hayn/G. III,478; sonst bibliogr. nicht nachweisbar). - Zwei Bll. etwas fleckig, ein Bl. mit leicht gebräuntem Streifen.
Wohl das letzte Verlagswerk von Friedrich Nicolais "Sorgenkind“ Karl August (1769 Berlin 1799), „dem er nach vielen fehlgeschlagenen Versuchen 1795 mit der Gründung eines eigenen Verlagsgeschäfts ... die Möglichkeit verschaffte, eine solide Lebensexistenz aufzubauen" (Kat. F.Nicolai, StaBi Berlin, S.133), erst nach dessen Tod veröffentlicht. Sehr selten. Der unbekannt gebliebene Verfasser legte offensichtlich Wert auf völlige Anonymität, darauf deuten die sechs beigegebenen Blätter hin. Diese sind die jeweils ersten Blätter der Lagen A bis F und sollten als Kartons die entsprechenden Blätter ersetzen. Wo die Kartons keine Bogensignatur tragen, findet sich bei den zu ersetzenden Blättern die Signatur 'Siegvolks Gedichte'. Die Texte der Kartons sind neu gesetzt mit einer etwas größeren Type. Dadurch ergibt sich gelegentlich ein anderer Zeilenfall, jedoch wird dies nicht der Grund für den neuen Druck sein. Offensichtlich wollte der Autor auch das Pseudonym löschen. Die Blätter G, H und I haben keine Bogensignatur. Bemerkenswert ist das Buch aber vor allem, weil es ein Gedicht (mit Bezug zum Schach) des "Rechenmeisters" ABRAHAM WOLFF enthält: 'Abraham Wolffs, Rechenmeister, Epistel an seinen ehemaligen Schüler, bey dessen Eheverlöbniss mit der ehr- und tugendsamen Jungfrau Julie K. 1789. Abraham Wolff, "ein bedeutender Berliner Jude der Aufklärungszeit" (Hans Lausch, S.227 in: Aschkenas, 2.Jg., 1992, woher auch die weiteren Informationen stammen.), von dem gesicherte biographische Daten nicht erhalten sind, ist dennoch unsterblich verewigt in der Figur des Derwisch Al-Hafi in LESSINGs Nathan, wie M.MENDELSSOHN auf J.J.ENGELs Frage erzählt: "'Wer ist dieser Abraham Wolff?' - 'Einer meiner jüdischen Freunde. Kein eigentlicher Gelehrter, aber ein Mann von ungemeinem Talent für Mathematik. ... 'Kann man ihn kennenlernen, den Mann?' - 'O ja! durch Lessing.' - 'Durch Lessing? Der ist ja nicht hier.' - 'Aber sein Nathan ist hier. Lesen Sie die Rolle Al-Hafis', und Sie haben von meinem guten Abraham Wolff, der ihm wirklich zu dieser Rolle gesessen hat, den ganzen Charakter, die ganze Seele'." (Zit. n. Lausch S.230). Wolffs Gedicht ist von besonderem Interesse, weil L.BENDAVIDs Aussage wohl zutrifft: "Er hat nichts Schriftliches hinterlassen ..." (ebda S.231). Dann wäre dieses das einzige gedruckte Dokument, in dem Geist und Witz dieses ungewöhnlichen Menschen authentisch zu erahnen sind.
 
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