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Stolberg, Friedrich Leopold Graf zu.


Die Insel. [Motto: griech.] Das Schöne zum Guten. Platon im zweiten Alkibiades. Leipzig, bei Georg Joachim Göschen 1788. (2) Bll., 250 S., (1) Bl. Verbesserungen.. Halblederband d.Zt. auf fĂŒnf BĂŒnden mit RĂŒckenschild und -strichvergoldung. Kleine Bezugsfehlstelle ĂŒber dem hinteren Gelenk unterhalb des vierten Bundes. Ecken etwas bestoßen. 0 €
Erste Ausgabe (Goedeke IV,1034,12). - Exlibris "Edwin Redslob" und "H.Fechner" a.d. Innendeckel, handschriftl. Besitzeintrag "E.Redslob" a.d. Vorsatz. Erste und letzte BlĂ€tter in den Ecken etwas leimschattig, sonst nahezu fleckfrei. Die auf dem letzten Blatt genannten "Verbesserungen" sind zeitgenöss. ausgefĂŒhrt, das Verzeichnis durchgestrichen. S.80 fehlpaginiert "08".
Stolbergs "Insel" ist einer der ganz wenigen utopischen GesellschaftsentwĂŒrfe in Deutschland im 18.Jahrhundert. WĂ€hrend in England und Frankreich auch im 18.Jahrhundert einige Utopien entstanden, beschrĂ€nkte sich die Produktion innerhalb dieses Genres in Deutschland auf Robinsonaden und Berichte von imaginierten Reisen. Wenn auch der utopische Roman als "Kind der AufklĂ€rung" (M.Winter) gilt, deren ideale Vorstellungen auf das angestrebte Staatswesen ĂŒbertragen werden, entwirft Stolberg das Modell eines Gemeinwesens jenseits aufgeklĂ€rter Koordinaten. "Stolbergs Werk zeigt eine rĂŒcklĂ€ufige Strömung innerhalb der utopischen Literatur des 18.Jh.s an: Gegen die 'voyages extraordinaires' und die Planetenromane der AufklĂ€rung und gegen das von ihnen durch Erweiterung des Wissenshorizonts vermittelte neue Selbstbewußstsein richtet es das eher poetische Wunschbild der 'seligen Insel' auf, das sich nahezu immer mit dem Mythos des Goldenen Zeitalters verschwistert und in die Idylle einmĂŒndet." (H.H.Henschen, in: KNLL 16,10). Allerdings steht Stolberg mit der von ihm entworfenen utopischen Idylle am Anfang einer Strömung, die mehr oder weniger stark ausgeprĂ€gt außerhalb aller rationalen politischen Systeme bis heute AnhĂ€nger findet, ob in der Friedens- oder der Hippiebewegung (der Stolberg ĂŒbrigens mit dem anderweitig geĂ€ußerten Wunsch: "Wohne immer in meinem Herzen und in den Herzen meiner Freunde allesbelebende Liebe!" das Leitmotiv gegeben haben könnte). Wie Stolberg strebt auch der im 19.Jahrhundert sich entwickelnde und mit LEO TOLSTOI, vielleicht auch FÜRST PETR KROPOTKIN herausragend vertretene pazifistische oder christliche oder utopische Anarchismus (die Bezeichnungen wechseln) eine Gesellschaft von kleinen, humanistisch-christlichen Prinzipien verpflichteten Gemeinschaften an. "Völlige Gleichheit des Standes und des Vermögens und ein zwanglos regulierter Ausgleich von Arbeit und Muße sind Bedingungen fĂŒr die 'Erziehung eines neuen Menschengeschlechts', das so wenig Gesetzen und Vorschriften wie möglich unterworfen sein soll." (ebda). Und schließlich formuliert Stolberg den Grundgedanken des Anarchismus: "Nicht herrschen und nicht dienen, das sei der Eckstein unsrer GlĂŒckseligkeit!"
 
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