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Rebmann, Georg Friedrich.


Briefe ĂĽber Jena. (Motto von Edward Burke). Frankfurt und Leipzig (d.i. Gera), Heinsius 1793.. XXIV, 144 S. . Pappband d.Zt. mit dunkelgrĂĽnem, rautiertem Bezugspapier; vergoldete RĂĽcken- und Deckelfileten. Etwas berieben und bestoĂźen. Möglicherweise handelt es sich um eine geschickte RemboĂ®tage. 0 €
Erste Ausgabe (Kawa 601 unter „Fälschlich Zugeschriebenes und Zweifelhaftes“: „Rebmann als Vf. genannt bei Aug.Rebmann; ihm folgen [Edith] Stamm und [Hedwig] Voegt. Ansonsten wird FRIEDRICH CHRISTIAN LAUKHARD als Vf. angenommen. So von Karl Robert Pabst: Theodor Müllers Jugendleben in Mecklenburg und Jena. Aarau 1861, S.58. Ihm folgen Holzm.Boh. IV,112, Hayn/Got. III,338 und Erman/Horn II, 9096“). - In der Blattmitte ein bis ca S.110 reichender, schwächer werdender Feuchtrand, älterer Sammlerstempel a.d. Titel.
Sehr seltene Schrift, als deren Autor lange F.Chr.Laukhard galt, aber „die Verfasserschaft Rebmanns ... dürfte heute allgemein anerkannt sein. Aus ihr spricht eine genaue durch längere Anwesenheit in Jena gewonnene Kenntnis, die auf seine Studienzeit verweist.“ (G.Haney, S.44 in: E.Wadle u.G.Sauder [Hrsg.]. G.F.Rebmann. Autor, Jakobiner, Richter. Sigmaringen 1997.). Rebmann (Neustadt a.d. Aisch 1768 – 1824 Zweibrücken), der wohl „bedeutendste revolutionäre Publizist Deutschlands in der Zeit vor 1848“ (Fr.Heer), begann 1785 das Studium der Rechte in Erlangen, das er aber bereits 1787 abbrechen mußte, da er die studentischen Freiheiten in vollen Zügen ausgekostet und „offensichtlich ... den Bogen überspannt hatte“ (Haney). Über diese Zeit hat Rebmann Briefe über Erlangen (1791) verfaßt, deren „äußere Gestalt (Druck, Darstellungsform) stark“ (Kawa) den vorliegenden ähnelt, insofern auch ein Indiz für Rebmanns Autorschaft. Rebmann immatrikulierte sich am 16.April 1787 in Jena, das genaue Datum seiner Exmatrikulation 1789 ist nicht bekannt. Seine Schilderungen der Jenaischen Zustände geben ein sehr anschauliches Bild von Stadt, Universität und studentischem Leben, ein „wenig bekanntes, aber sehr bemerkenswertes Kulturbild mit wichtigen Nachrichten über SCHILLER und seine Jenenser Stellung“ (Hayn/Got. mit ausführlichen Auszügen). Jena war zu dieser Zeit die wohl freieste („Kein Inquisitor wittert hier mit gerümpfter Nase nach Heterodoxie ...“. S.70), aber auch unruhigste Universität in Deutschland und mit ihren Professoren SCHILLER, REINHOLD u.a. eine Hochburg der fortschrittlichen Intelligenz. Die Studenten der „Salana“ galten als besonders ungezügelt und anfällig für geheime, radikale Orden und Verbindungen. Rebmann beschreibt all dies mit der Kennerschaft desjenigen, der dabei war und daran teilgenommen hat, ausführlich auch über das verbreitete Duellunwesen.
 
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