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Stael, A.G.L. de.


Zehn Jahre meiner Verbannung. (Herausgegeben von AUGUSTE DE STAËL). Leipzig,, F.A.Brockhaus 1822.. VIII, 439 S. . Marmorierter Halblederband d.Zt. (?) mit Rückenschild und –vergoldung. Minimal berieben.
Erste Ausgabe dieser Übertragung, im Jahr zuvor erschien eine andere in Karlsruhe mit nur 332 S. (Fromm 6, 24691). - Nahezu fleckfrei auf Bütten. Gelbschnitt, marmorierte Vorsätze.
Madame de Staël (1766 Paris 1817) begrüßte anfangs Napoleons ordnende Politik, stand seinen zunehmend erkennbaren despotischen Tendenzen aber ablehnend gegenüber und hielt ihre Kritik nicht zurück. Seit 1797 wurde ihr literarischer Salon zu einem Mittelpunkt des kulturellen Lebens der Hauptstadt und Napoleon fürchtete, hier eine ernstzunehmende Opposition heranwachsen zu sehen. 1802 wies er Frau von Staël an, Paris zu verlassen. Auguste de Staël, ihr Sohn, hat die vorliegende unvollendete Schrift aus dem hinterlassenen Manuskript veröffentlicht. Zur Zeit der Niederschrift befand seine Mutter sich auf der Flucht, an eine Drucklegung war nicht zu denken. Der Charakter des Buches ist dementsprechend durchaus heterogen. „Das mir anvertraute Manuscript besteht also aus zwei verschiedenen Theilen; der eine, dem Leser nothwendiger Weise weniger interessante, enthielt mehrere, den Betrachtungen über die französische Revolution schon einverleibte Stellen; der andere bildete dagegen eine Art Tagebuch, wovon dem Publicum noch nichts bekannt war. Ich bin dem von meiner Mutter vorgezeichneten Weg genau gefolgt, indem ich aus der ersten Hälfte ihres Manuscripts alles das weglasse, was bis auf wenige Veränderungen, in ihrem großen politischen Werke schon einen Platz gefunden hat. ... Was die andere Hälfte betrifft, so liefere ich sie dem Publicum ohne alle Veränderungen; ... so wichtig schien es mir, in dieser Skizze die ganze Lebhaftigkeit und Originalität ihres Charakters beizubehalten.“ (S.8f.). Während die Betrachtungen nach Napoleons Sturz „mit der Ruhe und Unparteilichkeit eines Historikers geschrieben“ (S.11) sind und Napoleon als überindividuelle Figur in ihrer historischen Bedeutung beschrieben wird, sind die vorliegenden Erinnerungen „von dem muthvollen Gefühle des Widerstandes gegen Tyrannei eingegeben“ niedergeschrieben, „als die kaiserliche Macht auf den höchsten Gipfel gestiegen“ war. Die Zeichnung Napoleons ist sehr viel emotionaler und „nicht frei von Bitterkeit“. Doppelt verständlich, denn nicht nur, daß Napoleons Polizei sie verfolgte, selbst unter den Opfern seiner Politik begenete ihr gelegentlich Ablehnung: „Manche sahen in Madame de Staël ... eine Unglücksbotin, deren Erscheinen den Marschtritt der Armeen des Korsen aufgeregt ankündigte. So schien es in der Tat bis zum Ende der Laufbahn Napoleons zu bleiben: noch im Sommer 1812 war Germaine die letzte Besucherin aus dem Westen, die das unzerstörte Moskau sah.“ (K.Günzel. Das Weimarer Fürstenhaus, S.87). Interessant übrigens, wie der unbekannte Übersetzer in einigen Anmerkungen das Gesagte konterkariert und seine Sympathie für den Kaiser zu erkennen gibt.
 
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