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Brandes, Ernst..


Betrachtungen über das weibliche Geschlecht und dessen Ausbildung im geselligen Leben. Erster (- Dritter und letzter) Theil. In 3 Bänden. Hannover,, in der Buchhandlung der Gebrüder Hahn 1802.. XXXII, 413 S., (1) Bl.; 488 S., (1) Bl.; Titel, 372 S., (1) Bl. . Halblederbände mit Rückenschild und –vergoldung. Die zeitgenöss. Rückenschilde mit kleinen Fehlstellen.
Erste Ausgabe (Haase, Brandes Bd.1, S.396, W17). - Stempel a.d. Titelrückseiten, nur vereinzelt etwas stockfleckig.
Ernst Brandes (1758 Hannover 1810), obwohl heute fast vergessen, ist von großer Bedeutung für die Entwicklung konservativen Denkens im Zeitalter der französischen Revolution (vgl. dazu K.Epstein. Ursprünge des Konservativismus in Deutschland, Ffm 1973, passim). Brandes studierte 1775-1778 in Göttingen bei C.G.HEYNE (der in zweiter Ehe Brandes Schwester GEORGINE geheiratet hatte, wodurch Brandes der Onkel THERESE HEYNEs und ihres Mannes GEORG FORSTER, der später die antirevolutionären Schriften Brandes‘ heftig angriff, war. Das anfangs herzliche Verhältnis zwischen Brandes und Forster ging dadurch zu Bruch.). Hier schloß er Freundschaft mit dem FREIHERRN VOM STEIN und erneuerte die zu dem Freund aus Kindertagen A.W.REHBERG. Deren herzliches Verhältnis blieb ungetrübt bis zum Ende. Die erste Hälfte der 80er Jahre verbrachte er in Paris und in London, wo er sich so vorteilhaft bemerkbar machte, daß EDMUND BURKE ihm eine Stelle als Unterstaatssekretär zudachte. Er kehrte jedoch nach Hannover zurück und begann hier seine erfolgreiche politsche Laufbahn. 1805 war er Geheimer Kabinettsrat; unter französischer Herrschaft wurde er Mitglied der Gouvernementskommission. Brandes hat seit 1781 etwa 20 eigene Schriften und zahreiche Rezensionen in den Göttinger gelehrten Anzeigen veröffentlicht (vgl. Verzeichnis Bd.1,Ss.395-420, in: C.Haase. Ernst Brandes. Hildesheim 1973. 2 Bde). Eine seiner frühesten Veröffentlichungen gilt als das erste deutsche Buch, das sich mit der Emanzipation der Frauen in der Gesellschaft in freilich sehr konservativer Weise auseinandersetzt, das 1787 erschienene "Ueber die Weiber" (Hirschberg, Taschengoedeke und Holzm./Boh. schreiben dies irrtümlich seinem Vater zu), „ein teils ironisch, teils pathetisch geschriebener Essay“ (Haase). Die vorliegende, dreimal so umfangreiche Neubearbeitung, „sie ist sein umfangreichstes Werk, ... zeichnet sich durch einen völlig versachlichten Ton aus. Es geht Brandes nun nicht mehr um spitze Polemik, sondern um Analyse der bestehenden Lage, mit eigener Stellungnahme verbunden.“ (ebda I,209). „Das ganze Buch ist voll von Beweisen des schärfsten beobachtenden Blicks ...“ (Hall.ALZ 1810. No.175, Sp.451).
 
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