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Schneider, Eulogius.


Des heiligen Chrysostomus Reden über das Evangelium des heiligen Matthäus, aus dem Griechischen, nach der neuesten Pariser Ausgabe, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Johann Michael Feder [und Eulogius Schneider]. Erster Band. Erste Abtheilung (- Zweiter Band. Zwote Abtheilung). In vier Bänden. Augsburg, bei Eberhard Kletts sel. Wittwe und Franck 1786 - 1787. (12) Bll., 471 S. u. 6 S., (1) Bl. „Probe“; (4) Bll., 424 S.; (8) Bll., 439, (1) S.; 359, (1) S.. Pappbände d.Zt. mit Rückenschild. Etwas berieben, teils etwas beschabt und bestoßen.
Erste Ausgaben (Nicht bei Goedeke und Hirschberg; Baader, Lexikon 2 u. 8; Rötger, Nekrolog 4 u. 7). - Teils etwas stockfleckig.
Außerordentlich selten und durch zwei „Probe-Vorabdrucke“ in Bd.1 der ersten Reihe mehr als vollständig. Die einzelnen Bände widerspiegeln einerseits die Lebenstationen Schneiders von 1786 bis 1789, andererseits die wachsende Popularität und Bedeutung, die auch der Verlag zu nutzen versuchte. Von Schneider stammen innerhalb der „Matthäus-Reden“ Übersetzung und Anmerkungen zu der 33. bis zu der 45.Rede, d.i. Ss.191-424, sowie die 2.Abteilung von Bd.2. Vorworte und Widmung (an K.TH. VON DAHLBERG [!]) stammen von J.M.Feder. Schneider wird nur in den Vorreden genannt. Umgekehrt bei den „Johannes-Reden“, wo Schneider als Herausgeber den Titel ziert, Feders Rolle als Übersetzer der Reden XXX-LXVI (von insgesamt 69) nur in der Vorrede deutlich wird. Schneider scheint hier stark exponiert. Stil und Inhalt auch der Anmerkungen verraten ein großes Selbstbewußtsein. Das wird mit seinem „Ruhm“ in der Folge seiner Aufsehen erregenden Predigt über die christliche Toleranz und der dadurch bewirkten Berufung als Hofprediger nach Stuttgart zusammenhängen. Ob er selbst die Hervorhebung seines Namens wollte, oder ob der Verlag dadurch den offensichtlich katastrophal schlechten Absatz zu steigern hoffte (man lese die „verzweifelten“ Aufrufe zur Subskription), ist dem Text nicht zu entnehmen. Schneider zeichnet den ersten Band „Herzoglich Wirtembergischer Hofprediger“ und widmet ihn HERZOG ALEXANDER VON WÜRTTEMBERG, seinem „Fürsten, der mich aus einem armen Kloster, in dem ich unbekannt zu sterben mich entschlossen hatte, an seinen Hof berief.“ Vorrede und Widmung sind datiert: „Stuttgart, 1.Juli 1787“. Bd.2 erschien 1789. Schneider ist jetzt „Professor der schönen Wissenschaften an der kurfürstl. Universität zu Bonn“, ebenso auf dem Titel des 1788, nach der Vorrede aber „Bonn, 15.April 1789“. datierten dritten Bandes. Eine Woche später nahm er seine Vorlesungen auf. Eine Fortsetzung (Briefe des Pauli) wird angekündigt, bei Vorauszahlung durch mindestens 3 bis 400 Subskribenten, gleichzeitig ein 30%iger Rabatt bei Abnahme der erschienenen Teilen angeboten. Interessenten sollen sich unmittelbar an den Verlag wenden; der Buchhandel hatte sich wohl vollständig zurückgezogen. „Aus Schneiders Vorreden und Kommentaren geht hervor, weshalb er gerade diesen Kirchenvater dem Publikum besser bekannt machen wollte. ... [Dessen] Ansicht, daß die ursprüngliche Gleichheit aller Menschen gottgewollt sei und wiederhergestellt werden müsse, entsprach ganz Schneiders ethischen und politischen Grundsätzen.“ (W.Grab, in: Ein Volk muß seine Freiheit selbst erobern, S.115).
 
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